Bis später | Gedicht

Mitten auf einer grünen Wiese am Neuenburger See steht eine verlassene Tür mit Glasfenstern.
Foto: © Daniel Koßmann

Bis später

und dann nie mehr.

Bis später,

bis der erste Frühlingstag erstarrt.

Bis später.

Bis später…

Bis später?

 

Vom Tod sprechen viele,

nicht vom eigenen:

Vom Tod der Anderen,

Vom entfernten Tod,

Vom Tod der entfernt Anderen –

kennen gelernt haben ihn nur manche,

erlebt nur wenige,

erfahren nur die, die

nicht mehr sprechen können.

 

Bis später,

bis der erste Frühlingstag erstarrt.

Bis später,

und dann nie mehr.

Bis später.

Bis später…

Bis später?

 

Könntest du noch sprechen,

ließe ich mir Flügel wachsen

und käme zu dir geflogen

wo auch immer du bist.

Umarmte dich, so ganz brüderlich,

wäre für dich da, brächte dir Blumen,

die bringt man doch den Toten.

Nicht wahr?