Bouldern im Bahratal

The Walk
GIF: © Daniel Koßmann

Der Weg ins Bahratal ist ein weiter. Zumindest von Berlin und Bremen aus: Zug nach Dresden, Regionalzug nach Pirna, Bus nach Bahra. Das sind etwa 200 bzw. 430 km Luftlinie. Bergstraßen hinauf, hinein in die Sächsische Schweiz, immer weiter Richtung deutsch-tschechische Grenze. Noch kurz über eine weite Hochebene voller strahlender Weizenfelder, schon erblicken wir das Ortsschild. Als wir als wir aussteigen, grüßt uns der Busfahrer zum Abschied und fährt alleine weiter. Bahra leitet sich vom althochdeutschen „bar“  und „para“ ab und bedeutet in etwa leere Fläche, Öde oder auch Waldblöße. Wald umgibt uns, leer sind die Straßen und irgendwie öde, wenn auch lieblich, das Dorf. Wir sind richtig.

Bis zu unserer Unterkunft sind es nur ein paar Meter. Hier, zwischen Flussrauschen und Waldbad, schlagen wir unser Zelt auf. Die Wiesen sind saftig-grün, der Himmel blau, wir alleine auf dem Zeltplatz und der nächste Supermarkt nur 45 Minuten zu Fuß entfernt. Da wir Hunger haben, auf unnötiges Gepäck aber verzichten wollten und der Bus nur ein paar Mal täglich fährt, bleibt uns nichts anderes übrig als loszulaufen.

H-Milch und kein Bio. Die Produktauswahl ist mager, aber ausreichend. Frische Milch rentiere sich hier einfach nicht, sagt uns die Verkäuferin. Auf dem Rückweg reißen wir hier und da ein paar Nazisticker ab. Zur Erholung gibt es später Sonne und frisch gekauften Instantcoffee. Krafttanken für Waldabenteuer. Denn Gebiete mit imposanten Namen wie „Schlachthof“, „Gulag“, „Hammertor“ oder einfach „Fuck“ warten darauf erkundet zu werden. Ich überprüfe mein Kameraequipment, ziehe die Wanderschuhe an, André schultert das Crashpad. Wir laufen los.

Fotos: © Daniel Koßmann

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